Der REM-Schlaf (wenn Hunde träumen)

Als Sheila jammerte und zuckte, und sich hin und her warf, weckte ich sie auf. Ich dachte, sie hätte einen Albtraum. Die Golden Retriever-Dame blinzelte mich an, wirkte aber nicht verstört. Mein Fehler, ich war 14 Jahre alt, und hatte keine Ahnung, was ich da gerade unterbrochen hatte.

Wenn Hunde im Schlaf zucken, wimmern, jaulen, dann sind sie im REM-Schlaf. REM steht für Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegungen. Er wird auch paradoxer Schlaf oder desynchronisierter Schlaf genannt. Während des REM-Schlafes steigen Blutdruck und Puls an. Umso aufregender und inhaltsreicher die Tageserlebnisse des Hundes waren, umso länger oder ausgeprägter kann der REM-Schlaf ausfallen. In dieser Schlafphase verabeitet der Hund die Geschehnisse. Idealerweise hat ein Hund jeden Tag diesen Verarbeitungsschlaf. Bei Entzug des REM-Schlafs zeigten viele menschliche Versuchspersonen vermehrtes Hungergefühl, vermehrte sexuelle und aggressive Impulse, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme. Ratten starben nach zwei- bis dreiwöchigem vollständigem REM-Schlaf-Entzug. Der REM-Schlaf wird derzeit intensiv erforscht. Führend darin ist die britische Tierärztin Amber Batson. Vermutlich sind Lernprozesse, Stressbewältigung und Informationsverarbeitung eng mit dem REM-Schlaf verbunden.

 

Hunde haben den REM-Schlaf fast ausschließlich in der ausgestreckten Seitenlage. Nicht nur, aber besonders darum ist es wichtig, Hunden einen genügend geräumigen Schlafplatz anzubieten. Am besten ist es, wenn der Hund zwischen mehreren Liegeflächen wählen kann. Geschlossene Boxen sind auch aus diesem Grund nicht zu empfehlen. Manche Hunde wechseln ihren Platz mehrmals pro Nacht, was mit Temperatur, Komfort und Schlafphase zusammenhängen kann.

 

 

Beobachten Sie Ihren Hund in seinem Verarbeitungsschlaf. Es kann ein echtes Schauspiel sein!


Aber vergessen Sie nicht:

"Schlafende Hunde soll man nicht wecken".

Copyright: Sonja Hoegen, www.dogcom.de